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Exkursion in die Kleiderkammer / diakonia beteiligt sich am Münchner Klimaherbst

„BedarfsGerecht versorgen, Kleidung nachhaltig nutzen: Exkursion in die Kleiderkammer der diakonia in der Bayernkaserne“ – so lautet der Titel einer Veranstaltung am Mittwoch, 18. Oktober, mit der die diakonia am diesjährigen Münchner Klimaherbst teilnimmt.


München, 14. Oktober 2017

diakonia kleiderkammer mutter kind „Uns beschäftigt das Thema nachhaltiger Umgang mit Textilien sehr“, sagt Katrin Ritter, die in der diakonia für „Soziale Aufgaben“ zuständig ist. Ziel Nummer eins der Agenda 2030 ist: Keine Armut! Doch sogar in einer reichen Stadt wie München wächst die Zahl derer stark, die in Armut leben. Unter ihnen sind Flüchtlinge, Familien und Senioren. Die Exkursion zeigt ganz konkret, wie komplex globale Armutsbekämpfung und ein gerechter Zugang aller zum Lebenswichtigen sind. „Beim Thema Kleidung wird sofort deutlich, wie unser Konsumverhalten weltweit die Ökologie, das Klima und die Lebensverhältnisse von Millionen Menschen negativ beeinflusst. Wir möchten mit der Exkursion den Bogen von unserer Arbeit zum großen Ganzen spannen“, erklärt Katrin Ritter, „und darüber sprechen, wie Menschen von der Textilindustrie ausgebeutet werden, was wiederum dazu führt, dass sie ihr Land verlassen und sich auf die Flucht begeben.“ Die Veranstaltung in der Bayernkaserne (Halle 28, Heidemannstr. 50) beginnt um 18 Uhr (Dauer: 1,5 Stunden). Referentinnen sind Katrin Ritter und Vanessa Hadzic, die Leiterin der Kleiderkammer. Der Eintritt ist frei (bitte Personalausweis mitbringen für die Kontrolle am Eingangstor des Geländes). Eine Anmeldung ist unter Tel. (089) 12159545 oder per Email an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erforderlich.

Das diesjährige Motto des Münchner Klimaherbstes „Klimaschutz – eine Frage der Gerechtigkeit“ möchte mit einer vielfältigen Veranstaltungsreihe Gerechtigkeit aus dem rein sozialen Gefüge herauslösen und mit Aspekten des Umweltschutzes und Klimawandels verknüpfen. Mit rund 120 Workshops, Exkursionen, Diskussionen, Konzerte und Vorträgen setzt sich der Münchner Klimaherbst bis 27. Oktober mit Ansätzen für eine ökologische und gerechte Zukunft auseinander und verbindet dabei Themen wie Wassernutzung, Migration, Mobilität und Konsum. Der Münchner Klimaherbst findet 2017 bereits zum elften Mal statt.

Über diakonia

diakonia ist eine gemeinnützige Organisation, die für Menschen in schwierigen Lebenslagen oder mit Behinderung Arbeitsplätze schafft. Ziel ist es, Menschen zu stärken, ihnen eine berufliche Orientierung zu geben, sie zu qualifizieren und auszubilden. In den Betrieben der diakonia haben wir dafür 400 Arbeitsplätze und Beschäftigungsgelegenheiten geschaffen. Wir orientieren uns an christlichen Werten. diakonia wurde 1996 von der Inneren Mission München und dem Evangelisch-Lutherischen Dekanat München gegründet.

Ansprechpartner bei diakonia:
Vanessa Hadzic (Leitung Kleiderkammer), Bayernkaserne, Halle 28, Heidemannstr. 50, 80939 München
Tel. (089) 12159545, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Freie Seminarplätze / Veranstaltungen für hauswirtschaftliches Personal

„Ergonomisches Arbeiten in der Hauswirtschaft“ heißt der Titel des Seminars am Freitag, 10. November (9.30 bis 12 Uhr).


München, 10. Oktober 2017

diakonia inhouse dame arbeiten)Die Ergonomie ist die Wissenschaft von der Gesetzmäßigkeit menschlicher Arbeit. Ungünstige Körperhaltungen sollen vermieden werden, um die Gesunderhaltung des Körpers zu fördern und Verschleiß zu vermeiden. Ziel ist es, mit geringem Aufwand an Zeit, Kraft und Material ein gutes Arbeitsergebnis zu erreichen ohne den Körper zu schädigen. Durch die Vermittlung von theoretischem Grundwissen und anhand von Praxisbeispielen werden die Schulungsteilnehmer in die Lage versetzt, ungünstige Körperhaltungen zu erkennen und langfristig zu verbessern. (Kosten: 65 Euro/Person inkl. Getränke).

Fachkundeschulung

Die „Fachkundeschulung nach § 4 LMHV“ findet am Donnerstag, 16. November (9.30-16 Uhr), und Freitag, 17. November (9.30-16 Uhr), statt. Vermittelt wird den Teilnehmern unter anderem der sichere Umgang mit Lebensmitteln. Alle Personen, die Lebensmittel herstellen oder ausgeben und nicht über die entsprechenden Fachkenntnisse verfügen, müssen durch eine einmalige Fachkundeschulung mit den erforderlichen Grundlagen im Umgang mit Lebensmitteln unterwiesen werden. Folgende Inhalte werden unter anderem vermittelt: gesetzliche Vorschriften, Anlieferung und Lagerung von Lebensmitteln, Zusammensetzung der jeweiligen Lebensmitteln, hygienischer Umgang mit Lebensmitteln, Reinigung und Desinfektion sowie HACCP. Kosten: 260 € /Person inkl. Getränke) Für beide Seminare, die von Halina Neteler (diakoniainhouse) geleitet werden, sind noch Plätze frei (Veranstaltungsort: Dachauer Straße 192). Weitere Informationen unter Tel. (089) 12159518 sowie per Email an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Über „diakonia inhouse“

Bei „diakonia inhouse“ beraten Dipl.-Oecotrophologinnen, hauswirtschaftliche Betriebsleiterinnen, Hauswirtschaftsmeisterinnen und Hotelfachfrauen in Fragen der Gemeinschaftsverpflegung, Hygiene, Organisation des Hauswirtschaft sowie der Einarbeitung von neuen und/oder fremdsprachigen Mitarbeitern. Sie führen Schulungen, Unterweisungen sowie Elternabende in den jeweiligen Einrichtungen durch und informieren nach Wunsch über die aktuellsten Anforderungen rund um die Hauswirtschaft. Für Fortbildungen von Mitarbeitern gibt es staatliche Unterstützung für den Arbeitgeber. Hauswirtschaftspersonal qualifiziert diakoniainhouse nach einem selbst entwickelten DGH-zertifizierten modularen System.

Weiterführende Informationen im Internet unter www.diakonia-inhouse.de.

Ansprechpartner bei diakonia:
Halina Neteler (diakoniainhouse)
Tel. (089) 12159518
Email an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Kleider spenden und Arbeitsplätze schaffen / Neuer Sammelcontainer an der Rogatekirche

Über 20 Sammelcontainer der diakonia stehen mittlerweile im Stadtgebiet München. Nun ist an der Rogatekirche (Bad-Schachener-Str. 28) ein weiterer dazugekommen.


München, 10. Oktober 2017

diakonia kleidercontainer rogatekircheIn ihren Container sammelt die diakonia gut erhaltene Kleidungsstücke, Schuhe und andere Textilien. Die gespendeten Waren werden von den Mitarbeitern der diakonia abgeholt, sobald die bunten Sammelcontainer voll sind. „Kleider spenden und dabei Arbeitsplätze schaffen“ – so lässt sich das Motto der diakonia zusammenfassen. Denn mit den gespendeten Textilien sind zahlreiche Sortier-, Liefer- und Verkaufstätigkeiten verbunden. Je mehr Spenden, desto mehr Arbeitsplätze für arbeitslose Menschen in den verschiedensten schwierigen Lebenslagen können eingerichtet werden.

Den evangelischen Kirchengemeinden, auf deren Grundstücke die Sammelcontainer stehen, bietet diakonia im Gegenzug unter anderem Informationsveranstaltungen über den Integrations- und Beschäftigungsbetrieb oder den fairen Handel mit gebrauchten Textilien sowie Betriebsführungen an. 2016 wurden der diakonia rund 1800 Tonnen Textilien gespendet. Neben den Sammelcontainer kann die Kleidung auch in einem der fünf Secondhand-Läden sowie in den Spendenannahmen in der Dachauer Straße 192 und am Stahlgruberring 8 abgegeben werden. Die Spenden werden in den Kleiderkammern an bedürftige Münchner mit und ohne Migrationshintergrund abgegeben und in den hauseigenen diakonia-Läden verkauft. Textilien, die von der diakonia nicht direkt verkauft oder an Bedürftige abgegeben werden können, gehen an die Partner-Firma ReSales im thüringischen Apolda, ein anerkannter Partner von FairWertung, der Textilien auch recycelt. Die Erlöse daraus fließen zurück in die soziale Arbeit der diakonia. diakonia ist der Dachorganisation FairWertung angeschlossen, seit 1994 engagiert sich das bundesweite Netzwerk für mehr Transparenz und Verantwortlichkeit beim Sammeln und Verwerten von gebrauchter Kleidung.

Derzeit werden folgende Sachen dringend für die Versorgung in den Kleiderkammern (Seidlstr. 4, Stahlgruberring 8, Bayernkaserne) benötigt: Männerkleidung in kleinen Größten (Unterwäsche, Socken, Hosen, Shirts, Jacken), Männerschuhe, Rucksäcke, Rollkoffer, Reisetaschen, Leggins sowie Babyzubehör (Fläschchen, Schnuller, Windeln – bitte nur ungeöffnete Pakete).

Bildunterschrift (v.l.): Pfarrer Felix Breitling (Offenbarungskirche), Pfarrerin Verena Übler (Rogatekirche), Katrin Ritter (diakonia), Werner Windisch (Dekanatsjugendreferent) sowie die diakonia-Mitarbeiter Elisbar Pekuridse und Wolfgang Jedlicka.

Über diakonia

diakonia ist eine gemeinnützige Organisation, die für Menschen in schwierigen Lebenslagen oder mit Behinderung Arbeitsplätze schafft. Ziel ist es, Menschen zu stärken, ihnen eine berufliche Orientierung zu geben, sie zu qualifizieren und auszubilden. In den Betrieben der diakonia haben wir dafür 400 Arbeitsplätze und Beschäftigungsgelegenheiten geschaffen. Wir orientieren uns an christlichen Werten. diakonia wurde 1996 von der Inneren Mission München und dem Evangelisch-Lutherischen Dekanat München gegründet.

Ansprechpartner bei diakonia:
Katrin Ritter, Stahlgruberring 8, 81829 München Tel. (089) 12159553, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


diakonia Modenschau beim Streetlife-Festival am 9. September

diakonia zeigt beim Streetlife-Festival ihre Modenschau „We Love Fashion“ / das kaufhaus ist Spielort bei der „6. Moosacher Musiknacht“


München, 22. August 2017

diakonia modenschau Wenn sich die Ludwig- und Leopoldstraße am Samstag, 9. September, beim Streetlife-Festival und dem Corso Leopold in eine unterhaltsame Flaniermeile verwandeln, wird auch die diakonia vor Ort sein. Sie zeigt um 18 und 19 Uhr ihre beliebte Modenschau „We Love Fashion“ in der Leopoldstraße. Präsentiert wird eine modische Reise durch die vergangenen Jahrzehnte. „Es ist das letzte Mal, dass wir die Show zeigen“, betont Julia Boiger, Betriebsleiterin der Secondhand-Läden der diakonia, „und damit also die einzige Möglichkeit, das Ganze noch einmal live und in Farbe zu erleben.“

Am Abend des 9. Septembers steht dann noch die „6. Moosacher Musiknacht“ auf dem Programm, an der sich die diakonia ebenfalls beteiligt. Im kaufhaus in der Dachauer Straße 192 steht die Band „Dunghill“ auf der Bühne. Mit Gitarre, Cajon/Percussion, Kontrabass, Mandoline, Knopfakkordeon, Banjo und zwei Stimmen erzählen die vier Musiker aus dem Münchner Westen vom Alltäglichen, vom Träumen und von Abenteuern – mal traurig, mal kritisch, poetisch, aber auch lustig.

„Moosach live“ lautet das Motto der Musiknacht, bei der zwischen 20 und 24 Uhr an vielen Veranstaltungsorten im Stadtviertel Live-Musik angeboten wird. Tickets zum Preis von 5 € können am Abend in allen Veranstaltungsorten erworben werden. Das Programm läuft in allen Spielstätten nach demselben Zeitplan ab: Beginn ist um 20 Uhr und dann wird jeweils zur vollen Stunden zirka 40 Minuten gespielt. Die Besucher können nach dem Kauf eines Tickets (fünf Euro) frei zwischen allen Veranstaltungsorten wechseln. Die Benutzung der Shuttlebusse ist für Ticketinhaber kostenlos.

Tickets für die „Moosacher Musiknacht“ können im Vorverkauf unter anderem im diakonia kaufhaus erworben werden (während der Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 10 bis 19 Uhr, Sa. 10-15 Uhr).

Ansprechpartner bei diakonia:
Julia Boiger, Dachauer Straße 192, 80992 München
Tel. (089) 12159540, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Umschule bei diakonia / Liliana Großhauser schafft Abschluss mit Traumnote

„Es war die beste Zeit meines Lebens!“ So beschreibt Liliana Großhauser ihre Umschulung, die sie bei der diakonia gemacht und heuer mit der Traumnote 1,0 abgeschlossen hat.


München, 22. August 2017

diakonia abschluss erhrung „Ich habe die Zeit genutzt, viel gelernt und mich weiterentwickelt“, sagt die 24-Jährige. Bei der diakonia hat Liliana Großhauser (Foto r.) ihre Umschulung im kaufhaus in der Dachauer Straße 192 begonnen. „Dort habe ich im ersten Jahr alle Abteilungen durchlaufen –angefangen von Textilien über Hausrat bis hin zur Möbelabteilung. Im zweiten Jahr war ich dann im kleidsam.“

Das Secondhand-Geschäft kleidsam in der Blutenburgstraße 65 ist Teil von diakonia, einem Sozialbetrieb der 1996 von der Inneren Mission München und dem Evangelisch-Lutherischen Dekanat München gegründet wurde. Hier finden Menschen, die aufgrund von Handicaps kaum eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt haben, eine sinnvolle Beschäftigung, werden gefördert und qualifiziert.

Liliana Großhauser hatte eine schwierige Zeit hinter sich, war arbeitsunfähig. „Ich habe nicht mehr an mich geglaubt“, erzählt sie. Auf die diakonia sei sie durch Zufall aufmerksam geworden. „An der Tür des wertstoff#4 hing ein Aushang, dass Leute gesucht werden, die stundenweise arbeiten möchten. Ich habe gleich nachgefragt, wie genau das funktioniert.“ Sie habe daraufhin bei Julia Boiger, der Betriebsleiterin der Secondhand-Läden der diakonia, angerufen und die Zusage bekommen. „Ich habe drei Stunden am Tag gearbeitet. Das darf man, auch wenn nicht arbeitsfähig ist.“ Nach einem Dreivierteljahr ist Liliana Großhauser wieder arbeitsfähig geschrieben worden. „Ich bin vor allem Julia Boiger sehr dankbar. Sie hat immer an mich geglaubt. Ohne sie hätte ich es nicht geschafft.“

Die Umschulung ist ein Angebot für Menschen, die über 25 Jahre alt sind und ALG II über das Jobcenter München beziehen. Bei der diakonia haben sie die Möglichkeit, in verkürzter Ausbildungszeit einen staatlich anerkennten Berufsabschluss zu erlernen. Damit nichts schief geht, wird zur Erprobung in der Regel eine sogenannte AGH-Stelle (Arbeitsgelegenheit) vorangestellt. „Bei Liliana gab es wegen ihres Alters bei der Umschulung eine Ausnahme“, erklärt Magdalena Braun, die Leiterin des kleidsam. Die Umschulung zur Kauffrau im Einzelhandel, die Liliana Großhauser durchlaufen hat, dauerte zwei Jahre. „Liliana war sehr erfolgreich, ist praktisch unsere Vorzeige-Umschülerin“, betont Magdalena Braun. „Liliana ist sehr viel selbstbewusster geworden und hat sich positiv entwickelt. Das ist schon beeindruckend anzuschauen.“

Seit Juni dieses Jahres ist die 24-Jährige in einem anderen Einzelhandelsunternehmen in München fest angestellt. „Ich arbeite jetzt 32 Stunden in der Woche und es macht mir großen Spaß“, erzählt Liliana Großhauser. Einfach sei es allerdings nicht gewesen, die diakonia zu verlassen. „Mir ist sie ans Herz gewachsen. Aber ich bin in meinem neuen Job auch sehr glücklich. Mir geht es endlich wieder gut.“

Umschulung bei diakonia

Im Umschulungsprogramm der diakonia sind noch Plätze frei. Angeboten werden Umschulungsplätze in folgenden Bereichen: Hauswirtschaft/Gastronomie, Hauswirtschafter/-in, Fachkraft im Gastgewerbe, Malerhandwerk, Maler und Lackierer/-in, Verkauf (Verkäufer/-in, Kauffrau/-mann im Einzelhandel), Fachlagerist/-in, Fachkraft für Lagerlogistik und Kauffrau/-mann für Büromanagement.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.diakonia.de.

Ansprechpartner bei diakonia:
Julia Boiger, Dachauer Straße 192, 80992 München
Tel. (089) 12159540, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Deutscher Medienpreis 2017

diakonia ist mit dem Deutschen Medienpreis 2017 ausgezeichnet worden.


München, 26. April 2017

Mediapreis Überreichung Mit dem erstmals vergebenen Sonderpreis würdigte die hochkarätige Jury unter der Regie der Fachzeitschrift W&V eine Werbekampagne, die von der Mediaagentur KineticWorldwid für den Sozialbetrieb entwickelt und umgesetzt wurde. Dabei zeigten im vergangenen Jahr mehr als 90 Video-Steele tagesaktuell den Spendenbedarf an den bayerischen Hauptbahnhöfen mit dem Schwerpunkt München. Mit der Kampagne erhielt diakonia die notwendigen Spenden, um die Erstversorgung der Flüchtlinge in der Bayernkaserne und ihren Dependancen zu garantieren.

Eine solche Kampagne hatte es in dieser Art bisher noch nicht gegeben. Die Idee hierzu ist entstanden, weil bei der diakonia zwar viele Spenden eingegangen sind, die aber leider nicht den aktuellen Bedarf abgedeckt haben. Digitale Screens präsentierten an den bayerischen Bahnhöfen dabei praktisch eine Bedarfsliste. Über mehrere Wochen wurde so tagesaktuell gezeigt, welche Sachspenden die diakonia dringend benötigte. Zudem wurde in den 15-sekündigen Spots auch noch einmal direkt zur Bedarfsliste auf www.diakonia-fluechtlinge.de verlinkt, so dass sich Interessierte sofort mobil weiter informieren konnten.

Mit Botschaften wie „Täglich kommen über 500 Flüchtlinge in München an und benötigen unsere Unterstützung! Helfen Sie aktiv bei der Spendenausgabe mit!“ animierten die Spots zudem die Passanten, sich ehrenamtlich bei der diakonia zu engagieren.

Autorin: Simone Bauer


„Zuverdienst ist ein Motor der Inklusion“

Dieter Sommer, Geschäftsführer der diakonia, und Josef Mederer, Bezirkstagspräsident von Oberbayern, sprechen miteinander über die lange Partnerschaft, über die Zukunft des Zuverdiensts und moderne Maßnahmen zur Arbeitsförderung von Menschen it seelischer Erkrankung.


München, 22. September 2016

Josef Mederer, Bezirkstagspräsident von OberbayernDieter Sommer, diakonia

Dieter Sommer:
Bereits seit 2001 ist der Bezirk Oberbayern Partner der diakonia. Damals wurde in Ebersberg ein Zuverdienstbetrieb für Menschen mit psychischen Erkrankungen eröffnet. Daraus entwickelte sich schnell ein bundesweites Vorzeigemodell. Was hat den Bezirk Oberbayern zu Beginn des Jahrtausends bewogen, diese Vorreiterrolle für die niedrigschwellige Beschäftigung zu übernehmen?

Josef Mederer:
Als Träger der psychiatrischen und sozialpsychiatrischen Versorgung erleben wir oft, dass Menschen nach einer seelischen Krise aus dem Arbeitsleben fallen. Dabei ist das Arbeitsleben so wichtig, weil es dem Tag eine sinnvolle Struktur gibt – gerade in einer Gesellschaft, die sich so sehr über Arbeit definiert wie die unsere. Vor diesem Hintergrund ist vor 15 Jahren der Zuverdienst entstanden. Menschen mit seelischen Erkrankungen die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen, ist seither ein zentrales Ziel beim Bezirk Oberbayern.

Dieter Sommer: Das Förderprogramm Zuverdienst unterstützt Menschen mit seelischen Problemen und einer geringeren Leistungsfähigkeit. Dies ermöglicht den Betroffenen nicht nur die soziale Teilhabe, sondern lässt ihnen auch die Chance, nach überwundener Krise über eine AGH- oder MAW-Beschäftigung wieder dauerhaft ein sozialversicherungspflichtiges Verhältnis aufzunehmen. Halten Sie auch in Zukunft am Zuverdienst fest?

Josef Mederer: Beim Bezirk stehen wir zum Zuverdienst, vorausgesetzt an der Sozialgesetzgebung des Bundes ändert sich nichts Grundlegendes. Zuverdienst ist ein Motor der Inklusion. Wenn die Zuverdienstprojekte also dazu beitragen, Menschen mit Behinderungen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse zu vermitteln, dann begrüßen wir das. Wenn nicht, dann ist das für uns ebenso in Ordnung, weil sich die Lebensverhältnisse der Klienten trotzdem verbessern.

Dieter Sommer: Heute werden bei der diakonia über 100 Menschen in eigenen Zuverdienstbetrieben beschäftigt. Mit der Entscheidung des Bezirks Oberbayern, im Zuverdienst keine Menschen mehr zu fördern, die ALG2 bekommen, gingen unsere betrieblichen Ziele, die uns anvertrauten Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu integrieren, weitgehend verloren. Dies bedauern wir noch heute: Zuverdienstbetriebe stehen nicht mehr für die Entwicklung und Veränderung der Menschen. Sehen Sie Chancen, dies im Rahmen des Bundesteilhabegesetzes, wieder rückgängig zu machen?

Josef Mederer: Ich hoffe, Sie sehen es mir nach, aber ich bin der falsche Adressat für diese Frage, die bei den Jobcentern besser aufgehoben wäre. Fakt ist: Die Bezirke sind für die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen zuständig. In diesem Sinne richten sich unsere Zuverdienstprojekte an Menschen, die aufgrund der Art und Schwere ihrer Behinderung vorübergehend oder dauerhaft nicht erwerbsfähig sind. Als Träger der Eingliederungshilfe dürfen wir die Empfänger von Arbeitslosengeld 2 nicht bei der Wiedereingliederung in Arbeit fördern. Die ALG-2-Träger, also die Jobcenter, müssen endlich für ihre Klienten eigene Angebote schaffen oder im Einzelfall die Kosten für den Zuverdienst übernehmen. Die Jobcenter entziehen sich, trotz intensivster Gespräche mit uns, seit Jahren dieser Verantwortung – leider zulasten der Eingliederungshilfe.

Dieter Sommer: Mit dem Arbeitsförderungsprogramm hat der Bezirk Oberbayern bei diakonia die Voraussetzung geschaffen, dass 120 Menschen mit seelischen oder körperlichen Behinderungen ein festes und auskömmliches Arbeitsverhältnis erhalten. Bleibt das Programm in Zukunft erhalten? Gibt es im Bezirk Oberbayern vielleicht sogar Bemühungen, diese Fördermaßnahme auszubauen?

Josef Mederer: Der Bezirk hat die Zuverdienstangebote über viele Jahre hinweg ausgebaut. Heute gibt es sie flächendeckend in ganz Oberbayern; aktuell bezuschussen wir mit 8,5 Millionen Euro 850 Plätze. Die diakonia ist derzeit der größte Anbieter. Im bundesweiten Vergleich sind diese Zahlen herausragend. Darauf können diakonia, die übrigen Träger und wir stolz sein.

Dieter Sommer: Zuverdienst und Arbeitsförderung sind keine gesetzlichen Pflichtleistungen, sondern freiwillige Maßnahmen, die der Bezirk Oberbayern auf beispielhafte Weise fördert, finanziert und unterstützt. Für uns ist das ein Sinnbild gelebter Inklusion. Doch Behindertenwerkstätten und Beschäftigungsträger wie diakonia stehen im ständigen Wettbewerb um die Fördermittel des Bezirks. Ist die berufliche Integration langzeitarbeitsloser und kranker Menschen auch in Zukunft ein Fördermittel des Bezirks Oberbayern?

Josef Mederer: Für uns gibt es aktuell keinen Grund den Zuverdienst in Frage zu stellen; deshalb kann auch von einem Wettbewerb um Fördermittel keine Rede sein. Teilhabe am Arbeitsleben ist ein zentraler Bereich für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen. Die Schwierigkeit ist, dass im Sozialrecht mehrere Leistungs- bzw. Rehabilitationsträger zuständig sind und die Eingliederungshilfe dabei stets nachrangig eintritt. Daher gilt unser besonderes Augenmerk allen Menschen, die wegen der Art und Schwere ihrer Behinderungen nicht erwerbsfähig sind und auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur geringe Chancen haben. Ein ganz wichtiger Schritt ist für uns deshalb, den Zuverdienst für alle nicht erwerbsfähigen Menschen mit Behinderungen zu öffnen, also auch für diejenigen, die eine geistige oder körperliche Einschränkung haben. Leider müssen wir aber feststellen, dass die Träger diesem Auftrag bisher nur unzureichend nachkommen und weiterhin fast nur Angebote für Menschen mit seelischen Behinderungen anbieten. Für Menschen mit körperlichen und/oder geistigen Behinderungen gibt es einfach noch viel zu wenige Projekte.

Autor: Katja Pfeifer


Gesucht: Kleiderspenden für Menschen in Not

diakonia und das Sozialreferat der LHM bitten Münchner/-innen um Hilfe


München, 17. November 2016

Annahme Kleiderspenden

München ist eine wohlhabende Stadt. Dennoch kann ein Teil der Bevölkerung davon leider nicht profitieren, ist armutsgefährdet oder lebt in Armut. Besonders hoch ist seit Jahren das Armutsrisiko für Alleinerziehende, kinderreiche Familien und zunehmend auch ältere Menschen. Wie der aktuelle Bericht des Instituts für Wirtschaft deutlich macht, steigt in den Städten bundesweit die Armut. „Diese Entwicklung beobachten wir auch in unseren Kleiderkammern“, bedauert Antje Leist, Leiterin des Betriebs Soziale Aufgaben bei diakonia, „zu uns kommen nicht nur geflüchtete Menschen, sondern vermehrt Familien und ältere Menschen, die nicht genügend Geld für die Dinge des Alltags haben.“

diakonia und das Sozialreferat der Stadt München bitten deshalb alle Münchner Bürgerinnen und Bürger um Mithilfe bei der Versorgung von Menschen in wirtschaftlichen Notlagen. Aufgrund der niedrigen Temperaturen herrscht derzeit großer Bedarf an Winterkleidung, vor allem für Männer in den Größen XS und S sowie Hosen, Pullover, T-Shirts, Socken, Unterhosen, gefütterte Schuhe, Bettwäsche und Handtücher. „Unsere Wintervorräte sind fast aufgebraucht, wir brauchen die Mithilfe der Münchner Bevölkerung“, bittet Antje Leist, „unterstützen Sie uns mit Kleider- und Sachspenden, Sie helfen damit Münchnerinnen und Münchnern in Not.“

In den beiden Kleiderkammern der diakonia können sich Besitzer des München-Passes, Rentner/-innen und Obdachlose ihre Waren selbst aussuchen. Seit Herbst 2014 versorgt diakonia im Auftrag des Sozialreferats der Landeshauptstadt München zudem die ankommenden Flüchtlinge in den Erstaufnahmeeinrichtungen im Stadtgebiet in der humanitären Erstversorgung mit Kleidung und Hygieneartikeln. Im Rahmen des Kälteschutzprogramms kümmert sich diakonia um obdachlose Menschen in der Stadt und stattet sie mit warmen Textilien aus.

Spenden können an den Annahmestellen in der Dachauer Str. 192 sowie am Stahlgruberring 8 abgegeben werden. Im Stadtgebiet stehen außerdem mehr als 20 Kleidercontainer der diakonia bereit. Die Standorte der Kleidercontainer: www.diakonia.de/spenden/sachspenden

Weitere Informationen unter www.diakonia.de oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Über diakonia

diakonia ist eine gemeinnützige Organisation, die für Menschen in schwierigen Lebenslagen oder mit Handicaps Arbeitsplätze schafft. Ziel ist es, Menschen zu stärken, ihnen eine berufliche Orientierung zu geben, sie zu qualifizieren und auszubilden. In den Betrieben der diakonia wurden dafür rund 400 Arbeitsplätze und Beschäftigungsgelegenheiten geschaffen. diakonia orientiert sich an christlichen Werten; der gemeinnützige Betrieb wurde 1996 von der Inneren Mission München und dem Evangelisch-Lutherischen Dekanat München gegründet.

Die Betriebe:

  • diakonia secondhand: Sammlung, Sortierung und Verkauf von Sachspenden
  • diakonia inhouse: Kita-Bewirtschaftung
  • diakonia Malerfachbetrieb
  • TipTopBOX: Recycling von Tinten und Toner
  • diakonia Soziale Aufgaben

Die Beratungsprojekte:

  • MALZ: Münchner Arbeitslosenzentrum
  • diakonia KASA: Sozialberatung
  • diakonia Karla Start
  • IBZ Beruf Mitte
  • diakonia Betriebliche Sozialarbeit

Adresse:

diakonia GmbH – Unternehmenskommunikation:

Katja Pfeifer

Dachauer Straße 192
80992 München

Tel. 0 89/51 66 47 50
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„Nicht von einem Finanzgeber abhängig machen“

Dieter Sommer, Geschäftsführer der diakonia, und Dieter Reiter, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München, sprechen über die Zukunft der Beschäftigungspolitik, über lokale Fördermaßnahmen und mit welchen Anforderungen sich soziale Betriebe wie diakonia auseinandersetzten müssen. 


München, 08. September 2016

Dieter Reiter Oberbürgermeister MünchenDieter Sommer, diakonia

Dieter Sommer:
Die Stadt München engagiert sich seit drei Jahrzehnten in der Beschäftigungsförderung. Sie unterstützt eine große Anzahl an Betrieben, darunter die diakonia. Als ehemaliger Leiter des Referats für Arbeit und Wirtschaft (RAW) kennen Sie die Szene schon seit langem.

Dieter Reiter:
München hat damals sehr früh erkannt, dass aktive Arbeitsmarktpolitik eine kommunale Aufgabe ist. Deshalb haben wir die 1984 in München ins Leben gerufene Arbeitsförderungsinitiative (AFI) auch finanziell unterstützt und als Stadt deutlich gemacht, dass die Beseitigung von Langzeitarbeitslosigkeit und die Verhinderung von sozialer Marginalisierung ein ureigenes Anliegen einer Kommune sein muss und Engagement, insbesondere eben auch finanzielles Engagement, bedeutet. Die Projekte gerade der Anfangszeit, initiiert von diversen gesellschaftlichen Gruppen, Verbänden und Initiativen, waren von der Zielstellung überzeugt, die Arbeitslosigkeit durch Ersatzangebote von öffentlich geförderten Beschäftigungsverhältnissen für Betroffene zu überwinden. Wir wissen, verschiedene Faktoren wie z.B. fehlender Berufsabschluss, gesundheitliche Beeinträchtigungen, höheres Lebensalter oder Migrationshintergrund stehen einer zügigen Eingliederung in den Arbeitsmarkt im Weg. Deshalb waren Unterstützungs- und Hilfsangebote vonnöten, die durch eine in die Betriebe eingebundene intensive sozialpädagogische Betreuung geleistet wurden. Nur in einem echten Arbeitsumfeld sind notwendige Arbeitserfahrungen möglich und damit gelang es, gerade für Langzeitarbeitslose die bestmögliche Brücke in den ersten Arbeitsmarkt zu bauen. Mit diesem Prototyp einer öffentlich geförderten Beschäftigung startete die kommunale Arbeitsmarktpolitik damals vor rund 30 Jahren in München.

Dieter Sommer: Was waren die großen Meilensteine? Was ist Ihnen am einprägsamsten im Gedächtnis?

Dieter Reiter: Ein großer Meilenstein war sicherlich die erfolgreich flankierte Umsetzung der Instrumentenreform 2012 im Rechtskreis SGB II durch das Referat für Arbeit und Wirtschaft (RAW). Damals waren wir gezwungen, Arbeitsgelegenheiten in den vom MBQ geförderten sozialen Betrieben abzubauen. Dennoch konnte die Projektarbeit fortgeführt werden, weil das RAW finanzielle Überbrückungshilfen bereitstelle.

Dieter Sommer: MBQ hat Vorbildcharakter in der kommunalen Beschäftigungspolitik im ganzen Bundesgebiet, den politischen Schwankungen der Regierungsparteien zum Trotz. München setzte in all den Jahren einen Kontrapunkt und glich die Schwankungen aus. Bleibt das auch in Zukunft so?

Dieter Reiter: Ja, wir werden die bewährte kommunale Beschäftigungspolitik auch in den nächsten Jahren erfolgreich fortsetzen. Und wir haben einen weiteren bedeutenden Bereich geschaffen, den sogenannten Dritten Arbeitsmarkt. Seit Beginn der kommunalen Arbeitsmarktpolitik in den 80er-Jahren hat die Stadt München die Regelleistungen der Bundesarbeitsverwaltung über Jahre und Jahrzehnte hinweg als verlässlicher Partner ergänzt. Dabei hat die Stadt den Rahmen ihrer rechtlichen und finanziellen Möglichkeiten ausgeschöpft und konnte dabei auf entsprechende politische Entscheidungen des Stadtrates bauen. Diese Leistungen kamen insbesondere den auf dem Münchner Arbeitsmarkt besonders benachteiligten Langzeitarbeitslosen zugute. Die aus dem MBQ bereitgestellte Kofinanzierung zu SGB II-Leistungen des Jobcenters München hat mittlerweile die beachtliche und bundesweit einmalige Größenordnung von jährlich 23 Mio. Euro erreicht.

Dieter Sommer: Was ist notwendig für den Bestand dieses kommunalen Engagements von den sozialen Betrieben? Was ist dafür notwendig?

Dieter Reiter: Die sozialen Betriebe müssen weiter kreativ sein und überzeugende Lösungen für drängende arbeitsmarkt- und sozialpolitische Herausforderungen anbieten.

Dieter Sommer: Doch MBQ hat nicht nur Vorteile für Beschäftigungsbetriebe. Denn die Behörden bestimmen Finanzrahmen, Inhalte und Zielsetzung. Oftmals mit der Konsequenz des betrieblichen Stillstands. diakonia hat immer wieder versucht, die einseitige Abhängigkeit dadurch zu umgehen, indem sie weitere öffentliche und kirchliche Partner ins Boot holen, um die gewerblichen Eigenerträge zu steigern. Wie geht es Ihnen damit, wenn dadurch der kommunale Einfluss geringer wird?

Dieter Reiter: Die Vorteile des MBQ liegen für mich auf der Hand: Mit ihm sind die Beschäftigungsbetriebe stabilisiert worden und konnten sich in den letzten 20 Jahren zu stattlichen Einrichtungen entwickeln. Die diakonia ist ein gutes Beispiel dafür. Ich glaube daher, dass Trägerorganisationen, die sich auf dem Markt behaupten wollen, gut beraten sind, wenn sie mehrere Förderbereiche erschließen, ihre Finanzierung auf mehrere Säulen stellen und sich nicht von einem einzigen Zuwendungsgeber abhängig machen. Die diakonia hat diesen Weg von Anfang an konsequent beschritten. Dass hierdurch (zwangsläufig) der kommunale Einfluss geringer würde, sehe ich nicht.

Dieter Sommer: Wie werden sich die sozialen Beschäftigungsbetriebe in den nächsten Jahren entwickeln? Hat die defizitäre Beschäftigungspolitik nach ihrer Meinung auch in Zukunft Bestand? Wie sehen Sie die Entwicklung in München und wie auf Bundesebene?

Dieter Reiter: Ich mache mir den Begriff einer defizitären Beschäftigungspolitik nicht zu eigen, sondern spreche lieber von Anforderungen an eine inklusive Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik. Mit der Implementierung eines dritten Arbeitsmarktes in München versucht das RAW hier anzusetzen, es soll schwer vermittelbaren Menschen zu längerfristigen Beschäftigungsmöglichkeiten in Sozialen Betrieben verhelfen. Und zwar nicht, wie so oft und nur kurzfristig gedacht, in Form von befristeten Sonderprogrammen, sondern in Form eines langfristig angelegten, verstetigten Förderprogramms.

Dieter Sommer: Das Bemühen, in München einen dritten Arbeitsmarkt zu etablieren, gestaltet sich jedoch schwer. Unter welchen Umständen geben Sie dieser kommunalen Beschäftigungsförderung eine Zukunft?

Dieter Reiter: Der Stadtrat hat erst kürzlich der neuen Konzeption und den eigenen Förderrichtlinien für den dritten Arbeitsmarkt zugestimmt. Vor Start eines neuen Förderprogramms machen sich Träger natürlich zunächst sorgfältig mit den Förderbestimmungen vertraut und schätzen etwaige Risiken ab. Zahlreiche Anträge sind nach Angaben des RAW bislang eingegangen. Ich hoffe daher, dass der dritte Arbeitsmarkt jetzt Fahrt aufnimmt.

Dieter Sommer: Was sind aktuell die großen Herausforderungen an die Stadtpolitik (Flüchtlinge, Bevölkerungswachstum, etc.)?

Dieter Reiter: Sie haben einige Stichpunkte schon genannt. Die Bereitstellung von ausreichend bezahlbarem Wohnraum sowie Investitionen in eine zukunftsorientierte Bildungs- und Verkehrspolitik sind für mich die zentralen Aufgabenstellungen der nächsten Jahre. Dazu gehört natürlich auch die Integration der Menschen, die gerade in den letzten Monaten aus Kriegsgebieten zu uns geflüchtet sind. Das umfasst alle Lebensbereiche: Wohnen, Bildung, Arbeit und soziale Teilhabe. Ich bin aber zuversichtlich, dass uns das zusammen mit den vielen engagierten freien Trägern wie der diakonia auch gelingen wird.


Britisches Ambiente im neuen „lebhaft“

Secondhand-Laden der diakonia wird nach Renovierung am. 6. September wieder eröffnet


München, 01. September 2016

lebhaft eröffnung nach renovierung 2016

Neuer Glanz in alten Räumen: Der Secondhand-Laden „lebhaft“ in der Schleißheimer Straße 81 öffnet am Dienstag, 6. September, um 10 Uhr wieder seine Türen – nach einer Renovierungszeit von fünf Wochen.

„Nach zwölf Jahren war es an der Zeit, unserem lebhaft einen neuen, zeitgemäßen Anstrich zu verpassen“, erklärt diakonia-Betriebsleiterin Julia Boiger. Das Geschäft strahlt jetzt in britischem Ambiente: Auf 70 Quadratmetern sind eine Bibliothek, ein Dining Room und ein Tea Room entstanden. Die Waren sind thematisch nach Produktgruppen sortiert. Sammler und Liebhaber finden hier Antiquitäten, Kristall, Porzellan, Gemälde, Bücher und altes Spielzeug. „Für Liebhaber von Vintage-Gegenständen ist das lebhaft ein Paradies“, versichert Julia Boiger.

Wie in allen anderen Läden der diakonia geht es auch im lebhaft um mehr als nur um das Einkaufserlebnis: Hier finden sieben Menschen, die aufgrund von verschiedenen Handicaps kaum eine Chance auf dem Ersten Arbeitsmarkt haben, eine sinnvolle Beschäftigung, werden gefördert und qualifiziert. diakonia betreibt sechs weitere Secondhand-Läden und ein Kaufhaus.

Das lebhaft ist ab dem 6. September von Dienstag bis Freitag jeweils von 10 bis 19 Uhr und am Samstag von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Montags ist das Geschäft geschlossen.

Kontakt:

diakonia GmbH
Julia Boiger Betriebsleitung
Tel. 0160-90777379
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