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„Tag der Wohnungslosen“

In der diakonia-Kleiderkammer in der Seidlstraße können sich Obdachlose mit Kleidung eindecken


München, 11. September 2018

Wir stellen durchaus fest, dass die Anzahl der Obdachlosen, die sich bei uns in der Kleiderkammer versorgen, in den vergangenen Jahren gestiegen ist“, sagt Jolanta Rafalowicz anlässlich des „Tags der Wohnungslosen“ am 11. September. Die Leiterin der diakonia Kleiderkammer in der Seidlstraße weiß wovon sie spricht. „Ich bin recht nah dran an den Menschen. Sie können sich hier mit Kleidung und – je nach Bedarf – mit Hygieneartikeln eindecken. Wir geben aber auch, wenn wir haben, Rucksäcke, Schlafsäcke und Isomatten aus.“ Oft sei für die obdachlosen Menschen, es sind hauptsächlich Männer aus Osteuropa, auch der persönliche Kontakt wichtig. „Da geht es meist einfach nur um ein Gespräch. Es ist wichtig, dass jemand da ist, der sich die Sorgen, Nöte und Ängste anhört.“ Jolanta Rafalowicz hat immer ein offenes Ohr für ihre Klienten. „Das Ganze hat natürlich auch mit Vertrauen zu tun. Viele erzählen mir ihre Geschichten.“

Zwischen 100 und 150 Personen kommen jeden Monat in die diakonia Kleiderkammer in der Seidlstraße. Tendenz steigend. „Vielen Menschen aus Osteuropa wird hier Arbeit versprochen. Sie kratzen Geld zusammen und lassen sich nach Deutschland bringen, wo sie einfach auf die Straße gesetzt werden“, erzählt Jolanta Rafalowicz. „Von den Leuten, die sie hier her gebracht haben, hören sie nie wieder. Sie sind völlig auf sich allein gestellt und überfordert.“ Dann sei der Weg zur Obdachlosigkeit nicht mehr weit. „Das geht sehr schnell. Und wer einmal in diesem Teufelskreis drin ist, kommt nur ganz schwer wieder heraus – wenn überhaupt.“ Ein weiteres Problem dabei: viele der Männer gehen oft aus Schamgefühl nicht in ihre Heimatländer zurück. „Das erlebe ich ganz oft. Und dann ist natürlich immer auch noch Alkohol im Spiel.“

Nichts desto trotz gebe es aber auch einige ihre Klienten, denen die Wiedereingliederung in die Gesellschaft gelungen ist. „Das ist natürlich immer eine schöne Geschichte. Auch wenn es der Weg in ein Leben, das nicht mehr auf der Straße stattfindet, meist schwierig ist“, weiß Jolanta Rafalowicz, die bereits seit 1990 in der diakonia Kleiderkammer tätig ist. „Ich mag meine Arbeit und den Umgang mit den Menschen. Ich habe keine Berührungsängste, was mir den Zugang zu den Leuten erleichtert.“

Die drei Kleiderkammern von diakonia in der Bayernkaserne, am Stahlgruberring 8 und eben in der Seidlstraße 2-4 versorgen nicht nur Obdachlose oder geflüchtete Menschen, sondern vermehrt auch Familien und ältere Mitbürger, die nicht genügend Geld für die alltäglichen Dinge haben. Seit Herbst 2014 versorgt diakonia im Auftrag des Sozialreferats der Landeshauptstadt München die ankommenden Flüchtlinge in den Erstaufnahmeeinrichtungen im Stadtgebiet in der humanitären Erstversorgung mit Kleidung und Hygieneartikeln. Im Rahmen des Kälteschutzprogramms stattet diakonia zudem obdachlose Münchnerinnen und Münchner mit warmen Textilien aus.

Außerdem unterstützen und beraten die Mitarbeiterinnen der Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit (KASA) innerhalb von diakonia Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, unter anderem eben auch Personen, die kurz vor der Obdachlosigkeit stehen. Die Basis hier lautet: Hilfe zur Selbsthilfe. „Wir arbeiten immer an der Armutsgrenze“, erzählt Evelyn Töpfer von der KASA Sozialberatung. „Die Clearingarbeit ist besonders wichtig.“ Denn zuerst müsse abgeklärt werden, um welche Problemfelder es sich handelt. „Das ist oft vielschichtig. Im Anschluss erstelle ich zusammen mit meinen Klienten eine Prioritätenliste, unterstütze sie bei den Lösungsansätzen oder vermittle sie an die unterschiedlichen Fachstellen – je nach Bedarf.“ Auch wenn Evelyn Töpfers Klienten nur selten direkt von Obdachlosigkeit betroffen sind, weiß sie: „Die prekären Lebensverhältnisse nehmen immer weiter zu. Mit geringen finanziellen Mitteln in einer Stadt wie München geeigneten Wohnraum zu finden, ist sehr schwer.“


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