Montag, 09. Mai 2022

Café im Nachbarschaftstreff JoMa


© diakonia © diakonia

von: Judith Wagner

In der Münchner Au zeigen sich die verschiedenen Gesichter der Landeshauptstadt: Ein gentrifiziertes Viertel mit illustren Eigentumswohnungen trifft auf sozialen Wohnungsbau. Aber nicht nur arm und reich treffen hier auf einander, sondern auch junge Familien mit Kindern, Ältere und alleinlebende Menschen.

Das Nachbarschaftsprojekt JoMa will all diese Menschen zusammenbringen Begegnungen und Austausch unabhängig von Alter und Einkommen ermöglichen. Am 9. Mai startet die offizielle Eröffnungswoche. Hinter dem Projekt stehen die katholische Pfarrei Maria Hilf und die evangelische Gemeinde St. Johannes.

Der Sozialbetrieb diakonia betreibt das Café, das Teil des Projektes ist. Thomas Rosenberger, Geschäftsführe der diakonia, war sofort überzeugt von der Idee: „Ich habe früher selbst in diesem Viertel gewohnt und kenne beide Gemeinden. Das JoMa ist wirklich gelebte Ökumene – mit Menschen für Menschen. Ich denke, als inklusives Unternehmen können wir mit unserem Portfolio dazu beitragen, dass Begegnung hier gelingt“, so Rosenberger.

Essen in Fairtrade- und Bio-Qualität

Die diakonia setzt dabei vor allem auf Nachhaltigkeit und handgemachte Spezialitäten. „Wir backen jeden Tag vor Ort Kuchen und bereiten ein einfaches Mittagessen zu und achten auf regionale und saisonale Auswahl der Lebensmittel. Kaffee, Tee, Kakao und Schokoriegel sind aus Bio- und Fairtrade-Qualität“, berichtet Ursula Winkler. Sie ist Leiterin von diakonia inhouse, dem hauswirtschaftlichen Zweig der diakonia, dessen Mitarbeiter*innen unter anderem in 25 Münchner Kitas kochen und die Reinigung organisieren. Neben dem Café im diakonia-Kaufhaus in der Dachauer Straße ist das JoMa nun das zweite gastronomische Angebot, das diakonia inhouse übernommen hat.

„Nachhaltigkeit spielt in unserem Unternehmen eine wichtige Rolle“, sagt auch Thomas Rosenberger. „Wir achten sehr darauf ressourcenschonend zu arbeiten. Das fängt schon beim Einsatz der Putzmittel an.“ Er ist überzeugend: „Auf Dauer ist das nicht nur gut für die Umwelt, sondern macht auch wirtschaftlich Sinn.“

Dabei müssten Bio und Fairtrade nicht unbedingt teuer sein. Dass auch Gäste mit schmalen Budget ins JoMa kommen können, ist den Projektverantwortlichen besonders wichtig. Einen Verzehrzwang gibt es ausdrücklich nicht. Und für das Mittagsmenü gibt es zum Beispiel zwei unterschiedliche Preise. „Jede*r wählt den Betrag, den er*sie zahlen kann. Dafür wird niemand schief angeguckt“, erklärt Ursula Winkler. Zudem gibt es jeden Tag eine Happy Hour, in der die Gerichte verkauft werden, die sonst übrigbleiben würden.

„In Sachen Nachhaltigkeit und Inklusion geht es weiterhin darum, sich auf den Weg zu begeben“, fasst Thomas Rosenberger zusammen. „Wir sind vielleicht noch nicht 100 Prozent da, wo wir hinwollen, aber wir haben ein klares Ziel.“

Jobperspektiven

Die diakonia, ein Unternehmen des Evangelisch-Lutherischen Dekanats München und der Diakonie München und Oberbayern, ist vor allem für seine Second-Hand-Läden und Kleiderkammern bekannt und ist in vielen Bereichen der Beschäftigungsförderung aktiv. Diakonia bietet Menschen eine Jobperspektive, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zunächst wenig Chancen haben.

Thomas Rosenberger betont, wie wichtig Arbeit für die gesellschaftliche Teilhabe ist. Er sagt: „Arbeit ist für uns alle ein Stück weit Stabilität. Sie hilft uns einen Rhythmus im Leben zu finden. Es geht sehr um Wertschätzung und darum, Teil der Gesellschaft zu sein Mit dem Betrieb des Cafés im JoMa schafft diakonia 5 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze.


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